Hier ein kleiner Auszug aus dem Interview mit Olaf Latzel in der aktuellen Ausgabe »#22 Fasten & Beten«. Diese Online-Veröffentlichung beinhaltet lediglich die erste Frage und die erste Antwort des sehr ausführlichen Interviews.


Es ist lange her, dass eine einzelne Predigt gesellschaftlich so hohe Wellen geschlagen hat wie Olaf Latzels »An Gideon die Reinigung von den fremden Göttern lernen«, die er am 18. Januar 2015 in der St. Martini Gemeinde in Bremen hielt. Sowohl die Landeskirche, breite Teile der Gesellschaft als auch Medien und Politik wandten sich entschieden gegen Latzel. Damit stellt die Predigt einen Meilenstein in der Konversation über Evangelium und »politische Korrektheit« dar, die für evangelikale Christen in Zukunft entscheidend sein wird. Ein Gespräch über die Predigt, den Skandal, den Nachklang und die Hintergründe des Predigers.

Vor fast einem Jahr hast du eine Predigt über Gideon und seinen Kampf gegen fremde Götter gehalten. Danach wurdest du als »Hassprediger« in den Medien verunglimpft und sogar von der eigenen Kirche angefeindet. Doch du hast auch viel Zuspruch von gläubigen Geschwistern aus ganz Deutschland erhalten. Wie hast du diese intensive Zeit erlebt?

Als das alles losging, bin ich erstmal ziemlich erstaunt gewesen, wie mich Arbeitskollegen gemobbt haben und sogar gegen mich auf die Straßen gegangen sind. Leute haben Unterschriftenaktionen gegen unsere Gemeinde und auch meine Person gestartet. Das war schon alles nicht »Vergnügungssteuerpflichtig«. Das ist so ein Begriff, der mir in der Zeit ziemlich wichtig geworden ist. Ich habe erleben müssen, wie von den »Gutmenschen« in der Kirche gegen mich gehetzt worden ist. Anders kann man das nicht nennen. Ich war erstaunt und erschrocken, wofür sich die Politik in dieser Situation hergegeben hat. Unser Landesparlament hat zu der Predigt eine Resolution abgefasst und die Sache »geprüft«, »ermittelt« wurde gegen mich ja nicht. Das war gerade zu Anfang ein richtiger Schuss vor den Bug. Man fragt sich natürlich: Wie geht es weiter? Wie wird sich die Situation entwickeln? Im Zuge der ganzen Geschichte – und je länger es gedauert hat – habe ich immer wieder merken dürfen, was für einen großen Gott wir doch haben und er Dinge zum Guten führt, von denen wir denken, dass sie schlecht sind. Das ist das, was ich persönlich erlebt und erfahren habe. Als die Staatsanwaltschaft dann festgestellt hat, dass gegen mich nichts vorliegt, wogegen man ermitteln könnte, als die Dinge sich »gelöst« haben und auch von meinem Arbeitgeber die erstmaligen Anschuldigungen nicht mehr wiederholt wurden, hat sich vieles entspannt. Ich durfte dann wirklich auch die breite Solidarität der Geschwister aus Deutschland – aber auch darüber hinaus – erfahren. Ich bekam Zuspruch aus Holland, Österreich oder Amerika. Das war überwältigend. Das ist ganz toll gewesen. Wenn ich heute darauf zurückblicke ist mir das Negative – ich will nicht sagen Furchterregende – aber doch Unangenehme weniger im Gedächtnis als die breite Solidarität, die Unterstützung und vor allem das Handeln Gottes. Er hat mir so viele Worte gegeben und mir so viele Tröstungen geschenkt in der Zeit. Das ist unglaublich.

Das vollständige Interview kann in der aktuellen Ausgabe »#22 Fasten & Beten« nachgelesen werden!


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